• Isaac Stern
  • *1920 (Kremenez, Wolhynien)  +  2001 (New York)
Technische Beherrschung war stets nur die Voraussetzung für das einzig Wesentliche --


Isaac Stern hat einmal bekannt:
Das größte Verbrechen ist es,

Noten zu spielen,

statt Musik zu machen.
Höchstes Lob kam von höchster Stelle: Niemand geringerer als David Oistrach erklärte viele Jahre nachdem er mit Isaac Stern Bachs Doppelkonzert aufgenommen hatte, daß er nicht mehr sagen könne, ob Stern oder er selbst damals die erste Violine gespielt habe. Stern ging es in diesem Fall ebenso, auch er konnte sich nicht mehr erinnern.

Zwei Giganten des Geigenspiels hatten sich unter Eugene Ormandy Leitung zusammen gefunden, und jenseits aller stilistischen Überlegungen ist diese Aufnahme auch Jahrzehnte später ein einzigartiges Dokument eminenter Künstlerschaft und technisch makellosen Violinspiels.
Immer eignet Sterns Spiel eine gewisse Dramatik, auch dort, war scheinbar klassisch oder klassizistisch gezügelt agiert. Man hört das in seiner Aufnahme des Beethoven Konzert des unter Leonard Bernstein, man fühlt es auch, wenn er heikle Aufgaben wie das Zweite Violinkonzert von Béla Bartók bewältigt, Dessen langsamer Satz bei ihm (wiederum unter Bernstein) zu einer spannenden, agogisch behutsam dem Sprachduktus angepaßten Erzählung wird. Das ist es vermutlich, was Bartók meint, wenn er poco rubato in seine Noten schreibt.
Derlei inhaltliche Gratwanderungen gelingen Stern, wie es scheint,  so mühelos wie die virtuosesten technischen Herausforderungen.

Geübt hat Stern, wie Spötter meinten, auf den inernationalen Konzert-Podien. In seiner Glanzzeit musiziert er in aller Welt (ausser in Deutschland und Österreich, die er nach 1933/38 nicht mehr betrat) bis zu 150 Mal pro Jahr. Der amerikanische Großkritiker Harold Schonberg nannte ihn einen ,,Dynamo mit Violine“.

DAHEIM IN NEW YORK UND ISRAEL

Zu Hause war Stern in New York, mental und mit unzähligen auftreten aber auch in Israel. Das Bild seiner künstlerischen Persönlichkeit wäre nicht vollständig, würde man nicht den Kammermusiker Stern würdigen, der mit Kollegen wie Yo-Yo Ma oder Eugene Istomin zahlreiche stimmige Aufnahmen vorgelegt hat.

Stern Zakinjpg
Als Duo-Partner für das gesamte Repertoire bevorzugte Stern lebenslang den Pianisten Alexander Zakin. Die Aufnahmen von Werken von Brahms ,Schumann oder Dvorak Verwandeln interpretatorisches Raffinement in vollkommene Schlichtheit. Diese Attitüde kommt auch der Einspielung beider Sonaten von Bartók entgegen, hier "befreit" sozusagen das Musikantentum die Moderne.