• Ignaz FRIEDMAN  (* 1882, Krakau    + 1948, Sidney)
Als Leschetitzky-Schüler darf Ignaz Friedman als einer der Lordsiegelbewahrer der romantischen Klaviertradition gelten.

Der große Lehrer mußte den chaotischen Schüler aus Wien erst zähmen, denn Friedman galt als ungemein talentiert, aber völlig undiszipliniert

Nach seinem Debüt, 1904 in Wien, absolvierte Friedman in mehr als 40 Jahren an die 3000 Konzertrauftritte, komponierte daneben und fungierte als Herausgeber von Werkausgaben großer Klavierkomponisten.

Sein Spiel ist in einigen grandiosen Aufnahmen dokumentiert, die trotz mancher Ungenauigkeiten und großzügigen Auslegungen des Textes eine poetische Gabe und analytische Genauigkeit verraten, die weit unter die Oberfläche der Musik drangen.

Die Aufnahme von Chopins f-Moll-Ballade ist ein Muster an formaler Geschlossenheit bei gleichzeitiger Freizügigkeit in der Auslotung des Stimmungsgehaltes des jeweiligen Moments.

Schon die ersten Sekunden verraten übrigens, was wirklich erfülltes, weil beseeltes (also nicht gekünsteltes) Rubato-Spiel bedeutet . . .