• Josef HOFMANN  (* 1876, Krakau    + 1957, Los Angeles)

Ein aufschlußreiches Video gibt es von Josef Hofmanns Spiel: Offenbar für eine Fernsehsendung (vor einem gespannt lauschen Orchester) spielt der Pianist Sergej Rachmaninows rettungslos abgedroschenes cis-Moll-Prélude - und befreit es dank seiner Noblesse von jeglicher Kitschpatina. 

An dieser Aufnahme ist alles abzulesen, was Hofmanns unvergleichliche Kunst ausmacht: Absolute Genauigkeit gegenüber dem Text - und kein oktroyiertes Stimmungsmoment: Die Oktaven des Beginns donnern nicht, sondern singen eine weit geatmete melodische Folge - die bewegte Passage im Zentrum wird nie hektisch, sondern steigert sich lediglich in ihrer inneren Erregung aufs äußerste, hier steht technische Beherrschung voll und ganz im Dienst der dezentesten, aber gehaltvollsten Lösung der pianistischen Aufgabe.

Die Aufnahmen der Chopin-Klavierkonzerte gelten vielen Klaviermusik-Kennern als Gipfelpunkt der pianistischen Kunst - hier vereinigt sich die romantische Klaviertechnik und Klangleidenschaft mit moderner Texttreue. Eine Aufnahme am Scheitelpunkt einer Entwicklung, die vom alten wie vom neuen Stil die besten Eigenschaften kombiniert.