• Benno MOISEIWITSCH  (* 1890, Odessa    + 1963, London)
Der Leschetitzky-Schüler rettete den romantischen Klavierstil in die Ära nach 1945 herüber.
Jeglicher "Tastendonner" war diesem Künstler fremd. Zeitzeugen berichten über seinen dezenten, geradezu nonchalanten Umgang mit seiner immensen Technik und Kraft, die Moiseiwitsch schon in Jugendtagen pflegte.
Niemand Geringerer als Sergej Rachmaninow lobte Moiseiwitschs Spiel als unantastbar. Die Aufnahmen des Zweiten Klavierkonzerts und - mehr noch - der "Paganini-Rhapsodie" verraten, warum. Jeder, auch der kürzeste Ton "klingt" in Moiseiwitschs Spiel, und lyrische Phrasen entfalten sich in schwereloser Gesanglichkeit.

Wie wenige Pianisten bewältigte Benno Moiseiwitsch so transzendente Herausforderungen wie die Johann-Strauß-Metamorphosen von Leopold Godowsky. Man höre, wie in der "Fledermaus"-Paraphrase die vielfältig ineinander verschlungen voneinander getrennt hörbar bleiben . . .