Andreas Schager

Ein Wagnerheld aus Niederösterreich


2016 wussten's dann alle: Aus dem lyrischen Tenor Andreas Schagerl war ein Held geworden. Seit er für Jonas Kaufmann in der konzertanten „Walküren“-Aufführung beim Festival von Baden Baden einsrpang und sich als Siegmund einen Sensationserfolg ersang, galt der Niederösterreicher im schwereren Fach nicht mehr als Geheimtipp. Früher einmal schüttelten Kenner den Kopf, wenn es hieß, Schager würde in die Liga der Heldentenöre aufsteigen. Da hieß er noch Andreas Schagerl Das "l" hat er in mit höherer Gewichtung des Stimmvolumens verloren. Sein Musikvereins-Debüt in Wien hatte der Künstler - noch mit "l" - 2002 in einem Konzert des Chorus sine nomine unter Johannes Hiemetsberger gefeiert, das Werken von Heinrich Schütz und Francis Poulenc gewidmet war. Apropos Stimmfachwechsel – Schagerl sang damals an der Seite von Elisabeth Kulman, und die war noch ein Sopran . . .

Die Verwandlung in einen heldischen Tenor sicherte Schager dann das Interesse von Veranstaltern in aller Welt. Bayreuth engagierte ihn als Erik im „Fliegenden Holländer“. Und als die neue Festspielproduktion des „Parsifal“ 2016 nach der Premiere krankheitshalber einmal den Titelhelden verlor, sprang Schager ein – wiederum mit eminentem Erfolg. Dabei war es zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr so klar, dass ein Sänger die freien Tage zwischen seinen Festspielauftritten in Bayreuth verbringt. Mit dem Fachwechsel war Schager bestens gebucht. Zwischen zwei „Holländern“ reiste er 2016 etwa zum Festival von Luzern, um unter Riccardo Chailly zweimal den Tenor-Part in Mahlers Achter Symphonie zu singen.

Und an einem der freien Sommertag kehrte der Künstler für kurze Zeit heim: Seine niederösterreichische Heimatgemeinde Gölsen verwandelte ihren Fußballplatz in eine Kultur-Arena und empfing den berühmt gewordenen Sohn mit illustren Gästen wie der Geigerin Lidia Baich, die bald darauf Frau Schager werden sollte, sowie dem Pianisten und Dirigenten Matthias Fletzberger und der Sopran-Kollegin Daniela Fally, ebenfalls aus Niederösterreich gebürtig. Von Lehár bis Puccini reichte damals die Repertoirespanne des Heimkehrers, die Schmelz- und Schmiedelieder von Wagners Jung-Siegfried inbegriffen.

Den Sprung auf die Wiener Staatsopern-Bühne schaffte Schager dann im Dezember 2017 mit einer souveränen Darbietung des allgemein als beinah unsingbar geltenden Apollo in Richard Strauss' "Daphne".