Erläuterungen aus der 

Infirmata, vulnerata

Alessandro Scarlatti



Alessandro Scarlattis "Infirmata, vulnerata" wird im Erstdruck (noch im Entstehungsjahr 1702) als "Motette" bezeichnet, ist aber keineswegs nur religiös zu dechiffrieren. Die virtuose Gesangsnummer besteht aus vier kurzen Arien, wobei das erste und das zweite Arien-Paar jeweils durch ein Rezitativ miteinander verbunden sind.

Besungen werden die Qualen, die eine Seele durch die Liebe erleiden kann. Die Sehnsucht nach Erlösung, die aus der letzten Arie spricht, hat freilich durchaus transzendente Qalität und nutzt Metaphern aus der katholischen Marienverehrung:

Du wirst immer in mir sein. Komm, o Schatz voller Gnaden, Dich möchte ich für immer lieben.


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Die folgende Kantate Antonio Vivaldia wird durch eines seiner Concerto in der selben Tonart vorbereitet.


Concerto  in g-Moll
Antonio Vivaldi (R 156)

Auch ein Meister konnte sich irren:  Vivaldi strich noch kurz vor Schluss seines g-Moll-Concertos  ein paar Takte aus...


Nisi Dominus

 

Antonio Vivaldi  (RV 608)  

Den 127. Psalm, der die Unmöglichkeit eines glücklichen Leben ohne Gottesfurcht und -glauben besingt, haben zahlreiche Komponisten in verschiedenen Sprachen in Musik gesetzt, darunter Heinrich Schütz, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach -- und eben Antonio Vivaldi.

Nur wenn Gott am Hause mitbaut, ist die Mühe der Baumeister nicht umsonst.

Wenn der Herr die Stadt nicht schützt, wacht der Wächter vergeblich.

Es ist vergeblich, früh aufzustehen und sich spät erst niederzusetzen, um das Brot der Mühseligen zu essen. Denn den Seinen gibt es der Herr im Schlaf.

Kinder sind eine Gottesgabe. Die Frucht des Leibes ist sein Geschenk

Die Söhne aus den Jugendjahren sind wie Pfeile in der Hand des Kriegers.

Wohl dem, dessen Köcher mit ihnen gefüllt hat. Sie werden im Kampf mit dem Feind nicht scheitern.


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Wieder signalisiert ein instrumentales Intermezzo den Wechsel der Tonart: Auf Pergolesis Salve Regina in f-Moll stimmen uns die ersten beiden Sätze eines Concertos aus der Feder von Francesco Durante ein.


Concerto in f-Moll

Francesco Durante

(Poco andante - Allegro; Andante)

Durante (1684 - 1755) war einer der Großmeister des Barock, wenn auch sein Ruf später von anderen Namen überstrahlt wurde, was wohl vor allem daran lag, daß Durante als einziger der großen italienischen Meister seiner Epoche keine Opern geschrieben hat. Immerhin nannte Jean J. Rousseau ihn

le plus grand harmoniste d'Italie, c'est-à-dire du monde...

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Salve Regina

Giovanni Battista Pergolesi:

In Geschichte eingegangen ist Giovanni Battista Pergolesi als erster Großmeister der Opera buffa. Seine "Serva pardrona" gilt bis heute als Musterbeispiel einer italienischen "komischen Oper". Doch fand Pergolesi auch für liturgische Zwecke den rechten Tonfall. Das Gebet an die Gottesmutter hat Pergolesi mehrmals vertont. Wie das berühmte "Stabat mater" stammt das "Salve Regina" in f-Moll aus dem letzten Lebensjahr des frühverstorbenen Komponisten.

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Salve regina

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsere Hoffnung, sei gegrüßt!


Zu dir rufen wir, Evas verbannte Kinder;
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.


O unsre Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu.

In unserm Jammer zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.


ZUM KONZERT

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