Wagners Frühwerk

Auf den Spuren Beethovens und Webers: Eine Klaviersonate und „Faust“-Lieder.

Die Jugendsünden eines Musiktheater-Giganten sind auf einer CD des Pianisten Tobias Koch nachzuhören, die im Jubiläumsjahr 2013 bei cpo erschienen ist: Als „Opus 1“ bezeichnete der 18-jährige Richard Wagner 1832 seine Klaviersonate in B-Dur. Auf Beethovens Spuren wandelte er in diesen Gesellentagen, man spürt es – und hört auch die Hommage an den Opern- und Klaviermeister Weber, der sozusagen zu Wagners zweitem Patenonkel werden sollte. Von der melodischen Meisterschaft und dem formalen Innovationspotenzial des nachmaligen Musikdramatikers ist aber weder in der Sonate noch in den Liedern aus Goethes „Faust“ (mit Magdalena Hinterdobler, Mauro Peter und Peter Schöne) etwas zu spüren. Doch wer wissen will, wie das musikalische Leben des großen Bayreuthers begann, wird hier fündig. Und apropos: Tobias Koch musiziert auf dem ersten Flügel, der die Werkstatt des Bayreuther Klavierbauers Eduard Steingraeber verlassen hat - noch lange bevor die Idee geboren war, auf dem Grünen Hügel ein Festspielhaus zu errichten. 

(„Richard Wagner: Sonaten und Lieder“, cpo 777 800-2)



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