XIX./XX. JAHRHUNDERT

GUSTAV MAHLER


Gustav Mahler, für die Zeitgenossen der unerbittlich-strenge Direktor der Wiener Hofoper, der seinem Haus höchste Qualität sicherte und keinen Schlendrian durchgehen ließ. Für spätere Generationen gilt er als der Vollender der Symphonie und einer der Ahnherren der musikalischen Moderne, den etwa Arnold Schönberg nach anfänglicher Skepsis als größtes Vorbild bewunderte, während Mahler der Musik der jüngeren Generation mit Interesse und Wohlwollen, wenn auch nicht durchwegs mit Verständnis begegnete. Jedenfalls legt seine Musik mit ihren formalen Brüchen und ihrer konsequenten Expressivität und Erzähl-Kunst die Grundlagen für manch avantgardistisches Experiment, verbindet sie doch subjektive "Programm-Musik" mit Erinnerungen an klassische Formvollendung. Auch die Musik eines Dmitri Schostakowitsch ist ohne Mahler nicht denkbar - und viele Komponisten der Moderne orientieren sich an Mahlers Werk - bis hin zum ausführlichen Zitat und der Paraphrase etwa bei Luciano Berio . . .
Während der Zeit des Nationalsozialismus verboten, dauerte es nach dem Zweiten Weltkrieg lange, bis sich die Musik in den internationalen Spielplänen durchsetzen konnte. Doch haben die Initiativen von Rafael Kubelik, Leonard Bernstein, Dimitri Mitropoulos oder Georg Solti für einen kräftigen Umschwung gesorgt. Ende des 20. Jahrhunderts war Mahler bereits einer der meistgespielten Komponisten des romantischen Repertoires. Es ist mitlerweile nicht mehr leicht, sich in der immens angewachsenden Mahler-Diskographie zu orientieren.


Anmerkungen zu Werk und Wiedergabe:


Die Siebente Symphonie, die rätselhafteste, entschküsstel von Daniel Barenboim


Das Lied von der Erde





Gustav Mahler und sein Zeitgenosse Hugo Wolf




und eine Fußnote:

Viel gespielt, doch wissenschaftlich schlecht gepflegt: die Gustav Mahler Gesellschaft hat zu wenig Geld für die Erstellung einer akribisch erarbeiteten Gesamtausgabe.


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